Abenteuer Wacken Open Air 2012–Teil 2

Wie versprochen, gibt es heute den zweiten Teil meines Reiseberichts zum größten Heavy Metal Festival der Welt.

Samstag, 04.08.2012

Auch der letzte offizielle Festivaltag beginnt wieder, wie sollte es auch anders sein, mit einem köstlichen Frühstück und natürlich frischem Kaffee vor dem Zelt. Leider meint es der Wettergott (wer auch immer das für Euch ist) nicht besonders gut mit uns. Es regnet. Nicht nur ein Schauer, sondern Dauerregen. Ganz sooo tragisch ist das allerdings nicht, denn nachdem wir am gestrigen Freitagabend doch ganz schön kaputt waren, haben wir unsere ersten beiden Programmpunkte, Delain und GammaRay, restlos gestrichen und lassen den Tag erstmal gaaanz ruhig angehen.

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Gegen Mittag hatte der oben genannten Herr Wettergott ein Einsehen und lies die Sonne scheinen. Es war also an der Zeit, das Camp zu verlassen und noch eine kleine Runde zu drehen. Unsere Mägen meldeten sich nämlich auch schon bald wieder und verlangten nach einem Mittagessen. Um ihnen einen Gefallen zu tun, besorgten wir uns zwei Barbarenspieße und verschwanden wieder unterm Pavillon. Am Nachmittag begann dann auch schon mein letzter Festivaltag. Die Gräfin ruhte sich noch etwas am Zelt aus und wir verabredeten uns für später im Infield. Die beiden Bands, die anstanden, wollte die Gräfin nämlich nicht unbedingt sehen, also bin ich kurzer Hand alleine losgezogen. Leider war ich mal wieder etwas spät dran, weshalb ich den ersten Song nur von der Sicherheitskontrolle am Einlass zur Party Stage mitbekam. Dafür verbrachte ich den Rest des Konzerts in der zweiten Reihe vor der Bühne. Wer da spielte? Ach, dass sollte ich vielleicht auch noch erwähnen. Es stand ehrlicher New York Hardcore an. Sick Of It All legten eine großartige Show hin. Allerdings hätte ich einen wesentlichen größeren Moshpit erwartet, wie es sich eben für ein würdiges Hardcore-Publikum gehört. Das hielt sich allerdings etwas in Grenzen. Nur ein paar Leute waren im Pit aktiv. Ob es vielleicht am Schlammsee vor der Party Stage lag?

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Nach einer kurzen Pause und einem Besuch beim Captain Morgan Stand ging mein Infield-Marathon auch schon weiter. Testament, eine DER Thrash-Metal Bands aus den USA standen auf der True Metal Stage. Leider muss ich sagen, dass das die schwächste aller von mir gesehenen Shows des Festivals war. Mehr oder weniger lustlos spielten die Herren ihr Set herunter. Einzig Sänger Chuck Billy war ständig auf der Bühne unterwegs und schien Spaß zu haben. Leider drückten massive Soundprobleme, übrigens die einzigen, die mir auf dem ganzen Festival aufgefallen sind, etwas auf die Stimmung. Der Gesang war viel zu leise und der Bass war viiiel zu laut. Und das sage ich als Bassist! Uns kann der Bass ja normalerweise nicht laut genug sein. Zwinkerndes Smiley

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Nach der Show traf ich die Gräfin wieder und es gab erstmal wieder einen kleinen Imbiss. Wir verließen aber vorerst recht fluchtartig das Infield, denn auf der Black Stage stand schon wieder eine Band mit offenbar ganz schlechter Kindheit. Cradle Of Filth kreischten was das Zeug hielt. Muss ich nicht haben.

Gegen 19:30 Uhr waren wir allerdings auch schon wieder im Infield zu finden. Auf der True Metal Stage ging es langsam mit den Headlinern los. Zum Leitwesen der Gräfin (nicht so ihr Ding) ballerten Amon Amarth, eine Death Metal Band aus Schweden (woher auch sonst?) eine großartige Show mit allerhand Pyrotechnik den Massen vor den Stages entgegen. Bei Texten aus der skandinavischen Mythologie war es selbstverständlich, dass Johan Hegg, der “Sänger” regelmäßig einen großen Schluck aus seinem Trinkhorn nahm. Während der Show forderte er das Publikum auf, mitzusingen: “Den nächsten Song singt Ihr jetzt alle mit! Egal, ob Ihr den Text kennt oder nicht! Das ist Death-Metal! Das merkt eh niemand!” Ein Highlight der Show war der Song “Twilight of the Thundergods”. Hegg kam mit Thors Hammer auf die Bühne und schlug während des Intros auf einen Amboss, der ein Feuerwerk entfachte! Leider ist das bei der zdf.kultur Aufzeichnung nicht ganz so gut zu erkennen.

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Für die vorletzte Band unserer persönlichen Running Order hatten wir uns schon während Amon Amarth günstig vor der Black Stage in Stellung gebracht. Warum einige, der sooo “truen” Metalheads bei der kommenden Band nur die Nase rümpfen, ist mir allerding schleierhaft. Songs wie “The Zoo”, “Blackout” oder “Rock you like a Hurricane” gehören eben einfach  Geschichte des Metal dazu. Genauso, wie die Band, die sieu spielt. Nur weil eine Band einen, sagen wir mal, Nicht-True-Metal-Hit wie “Wind of Change” hatte und damit erheblichen kommerziellen Erfolg hat, ist sie doch immer noch eine Metal Band. Dann sollten diese Leute bitte auch die Finger von Metallica, Manowar, Motörhead und AC/DC lassen… Aber ich schweife ab. Wie sich der geneigte Leser schon gedacht haben mag, stehen hier gleich die Scorpions auf der Black Stage. Zur Show kann man eigentlich nicht mehr viel hinzufügen. Musikalisch großartig, Sound großartig und Lightshow großartig. Die Jungs könnens auch nach rund 40 Jahren noch immer! Einen Kritikpunkt gibt es dennoch. Wir wissen nicht, ob es technische Probleme waren oder einfach divahaftes Verhalten, aber die Herren ließen sich geschlagene zehn Minuten Zeit, eh sie sich auf der Bühne blicken ließen. Der kleine, aber kräftige Regenschauer während der Show tat der Stimmung übrigens keinen Abbruch.

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Nach ordentlich Feuerwerk stand ohne größere Unterbrechung auch schon Machine Head als Headliner auf der True Metal Stage. Die Jungs stehen nicht ohne Grund ganz oben auf dem Festivalshirt. Großartige Show, auch wenn sie nicht ganz an die Freitagsshow von In Flames herankommt. Frontmann Rob Flynn sah man die Spielfreude auf der Bühne förmlich an, während er und seine Mannen einen Querschnitt aller Alben darboten. Songs wie “Olde”, “Imperium” und natürlich “Devadian” fehlten eben so wenig wie der Opener “I am Hell (Sonata in C#)” vom aktuellen Album “Unto the Locust”. Ein würdiger Headliner.

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Anschließend kamen auf der Black Stage zwar noch Ministry und der Surprise Act Edguy auf der True Metal Stage zum Zuge, die beiden schenkten wir uns aber zugunsten eines letzten Handbrotes im Wackinger Village. Es war schließlich auch schon wieder kurz vor 1. Wieder zurück fanden wir unseren Pavillon umgedreht neben dem Zelt liegend wieder. Damit war sein Ende besiegelt. Da wir ein Modell gekauft hatten, was sich genau einmal zusammenfalten ließ, taten wir dies auch. Pavillonorigami macht übrigens Spaß. Zwinkerndes Smiley Da unsere Nachbarn, nach eigenen Angaben, etwas schief von ihrem Grill angeguckt worden sind, bekam dieser auch gleich sein Fett weg. Was fällt dem ein?! Hat er jetzt davon…

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Nach ein paar letzten kalten Getränken vor dem Zelt mit den besten Nachbarn des gesamten Festivals gings dann auch mal wieder, nach einem langen Tag im Infield, in die Heia .

Sonntag, 05.08.2012

Abreisetag. Leider. Der Tag begann mit… Nein! Diesmal nicht mit selbstgemachtem Frühstück! Wir besorgten uns von einem der Bäckerstände einen Kaffee, belegte Brötchen und seeehr leckere Croissants. Während wir unseren Kram packten und das Zelt auseinanderbauten, beobachteten wir mit einer gewissen Freude, wie sich alle Autos um uns herum nur mit Hilfe von Treckern fortbewegen konnten oder schlicht und einfach im Schlamm und Matsch auf den Wegen stecken blieben. Selbst die (angeblich) geländegängigen VW Touareg und BMW X5 mussten geschleppt werden. Wir halten den Fahrzeugen aber mal zu Gute, dass es eher an der fehlenden Geländepraxis der Fahrer gelegene haben mag. Jaja, aber Hauptsache SUV fahren…Zwinkerndes Smiley  Wir behielten dabei aber auch immer Hinterkopf, dass unser Auto ja auf dem Campground F auf einem Hügel stand. Einziger Haken dabei: Unser gesamter Kram, zumindest der Teil, den wir wieder mitnahmen, musste über zwei Campgrounds zum Auto geschleppt werden. Was da blieb? Gummistiefel, Pavillon, Campingtisch, Müll und der Karton vom Pavillon. Achja! Man hatte uns beklaut! Ein Campingstuhl war weg! Möge derjenige damit zusammenbrechen!

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Erwartungsgemäß kamen wir ohne Schlammproblematik super vom Campground los und mussten lediglich 20 m Schlammweg überwinden. Das klappte problemlos. Die örtliche Polizei übernahm die Verkehrsleitung zur Autobahn. Wir wurden zwar erst ein bisschen von der A23 weggeführt, aber um die Strecken zu entlasten und nicht schon vor der Autobahn stundenlang im Stau zu stehen, war das ein sinnvoller Weg und hat gut funktioniert. Bei der Mittagspause bei Burger King am Autohof Tornesch hatte man das Gefühl, die gesamten Festivalbesucher wären einfach geschlossen von Wacken nach Tornesch übergesiedelt. Leider mussten wir auch hier wieder feststellen, dass sich unsere Theorie zum Burger King Personal überall bestätigt. Da war nicht viel Licht am Fahrrad…

Nachdem wir nach fünf Stunden endlich den Elbtunnel und nach weiteren knapp vier Stunden den Rest der Strecke geschafft hatten, waren wir gegen 21:00 Uhr wieder in Osnabrück. Abschließend bleibt nur zu sagen, dass unser allererstes Festival sehr viel Spaß gemacht hat. Wir haben nur nette Leute getroffen, die einfach nur eine große Metal-Party feiern wollten. Keine aggressiven Pöbeleien oder sonst irgendwie negatives Verhalten. Wir sind einfach nur begeistert von den Leuten, die uns dort begegnet sind. Jeder hatte sichtlich Spaß! Tickets für das W:O:A 2013 werden in den nächsten Wochen gekauft. Die ersten Bestätigungen sind auch schon bekanntgegeben worden: Deep Purple (ja, die mit “Smoke on the Water”), Nightwish, Sabaton, Arch Enemy und weitere…

See you in Wacken 2013 – Rain or shine!

Abenteuer Wacken Open Air 2012 – Teil 1

Jaja, hier im Blog ist schon länger nix mehr passiert, aber jetzt gibt’s mal wieder einen etwas längeren Artikel zu unserem letzten Urlaub. Es ging zum W:O:A 2012, zum Wacken Open Air 2012! Was wir da erlebt haben, war einmalig! „Wir“, das sind die Gräfin und ich. Aber lest selbst…

Dienstag, 31.07.2012

Die Gräfin und ich sind getrennt in Heavy Metal Town angereist. Sie musste Mittwoch noch arbeiten daher bin ich also erstmal alleine hoch gefahren. Sie kam dann Mittwochabend mit dem Zug nach.

Der Plan sah vor, dass ich heute Mittag irgendwann in Richtung Norden aus Osnabrück aufbreche, deshalb haben wir am Montag schon das Auto gepackt und bei einer Runde Kofferraum-Tetris den Highscore geknackt. Zwei Leute fahren 5 Tage auf ein Festival. Da muss einiges mit. Schon Monate vorher haben wir Listen erstellt. Wir schrieben auf, was noch gekauft werden muss und hakten ab. Wir schrieben auf, was eingepackt werden muss…und…hakten ab. Dafür haben wir von erprobten Festivalgängern zwar viel Hohn und Spott eingesteckt, aber das war uns egal.

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Gegen 11:00 Uhr hab ich mich also bequem in den gepackten und mit W:O:A beklebten Polo gesetzt und bei Lidl und Feinkost Aldi noch die letzten Kleinigkeiten wie Fladenbrote und Salate zum Grillen besorgt. Die A1 war, bis auf ein paar nervige Baustellen eigentlich ziemlich stressfrei. Bei meiner Mittagspause am Rasthof Grundbergsee, die haben einen Burger King, liefen mir die ersten Wacken-Fahrer über den Weg. Die Schlange vor mir war schwarz uniformiert und es war klar, wo die Reise hin geht…

Das Stückchen A7 und die A23 bis Schenefeld liefen auch problemlos. Die Beschilderung zum Festivalgelände war sehr gut. Gegen 16:00 Uhr kam ich auf dem Campground an und wurde mit dem Auto auf F eingewiesen. Leider wurde schnell klar, dass durch den heftigen Regen der letzten Tage ein Campen neben dem PKW nicht möglich war. Ich schleppte also unseren Kram zum Campground E auf eine kleine Anhöhe. Nach einiger Zeit standen Zelt und Pavillon und der Regen hörte genau in dem Moment auf, als ich mit dem Aufbau fertig war…toll. Die erste Hopfenkaltschale war geleert, da kam ich mit unseren drei badischen Nachbarn ins Gespräch und half ihnen beim Pavillonaufbau. Wie sich am Ende des Festivals noch herausstellen sollte, hatten wir die besten Nachbarn auf dem ganzen Campground. Super nette Leute! Kann da auch mal über den badischen Dialekt hinwegsehen. 😉

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Der erste Tag endete unspektakulär mit Bier, Grillerei und so weiter…

Mittwoch, 01.08.2012

Der Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück. Die Gräfin hatte uns extra für Wacken einen köstlichen Hefezopf gebacken…Mmmmmh! Dazu gabs einen frisch gekochten Kaffee.

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Nachdem die Lebensgeister wieder geweckt waren, machte ich mich auf, das Festivalgelände auf eigene Faust zu erkunden. Das Infield, also dort, wo die Main-Stages stehen, öffnet zwar erst am Donnerstag, aber der Rest ist schon begehbar. Erste Station waren die Geldautomaten. Irgendjemand hatte da wohl vergessen, genügend…oder überhaupt etwas…Bargeld mitzunehmen. 😉

Im Biergarten gabs erstmal ein Bierchen und auf dem Metal-Markt wurde eine kleine Runde entlang der Verkaufsstände gedreht. Dort gibt es wirklich alles, was ein Metaller braucht oder eben nicht braucht. Von albernen Mützen (die Plüschmütze der dämlichen Rothaarigen zum Beispiel (eingeweihte wissen, wer gemeint ist)), über Totenkopfdeko aus Porzellan bis zum Baby-Shirt mit der Aufschrift „My first Metal-Shirt“ gibt es dort wirklich einen Haufen Zeug. Vorbei an Fresständen machte ich mich dann auf, dass Wackinger-Village zu erkunden. Das ist ein Wickinger-Dorf mit allem drum und dran. Met-Stand, Barbaren-Spieß, Schildmacher, Badezuber und so weiter.  Passt da sehr gut hin und das Essen ist dort wirklich der Hammer! Mein Tipp: Barbaren-Spieß und Handbrot. Super lecker! Nachmittags hab ich dort eine sehr lustige Show zum Thema Wickinger-Waffenkunde gesehen. War interessant und einen gewissen Unterhaltungswert.Anschließend warf ich einen Blick ins Bullhead-City-Zelt, wo der diesjährige Metal-Battle stattfand. Ein Bandwettbewerb für Metal-Bands aus aller Welt. Den spanischen Teilnehmer sah ich mir komplett an. Ravenblood, glaub ich. War gar nicht schlecht. Das Zelt, dass die W.E.T.-Stage, die Headbanger‘s-Stage und den Wrestling-Ring beinhaltet(ja, son Quatsch gibt’s da auch), hat riesige Ausmaße. Acht Masten, 110 m lang und 60 m breit. Ausmaße eines Fußballfeldes.

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Wieder am Zelt gabs erstmal ne ausgiebige Pokerrunde mit den besten Zeltnachbarn der Welt. Wir sind dann unter der Leitung von Captain Morgan und seinem ersten Maat „Cola“ nochmal zusammen losgezogen. Die Firefighters spielten auf der Beergarden-Stage. War ganz nett. Allerdings richtig witzig waren Russkaja auf der Wackinger Stage. Eine Mischung aus Punk, Ska und Balkan-Musik.

Wieder zurück am Zelt begann das Warten auf die Gräfin, die dank der Bahn, mal wieder auf unbestimmte Zeit Verspätung hatte. Mit dem letzten Rest Handyakku fanden wir uns dann am grünen Duschcamp wieder. Und bevor ihr fragt, das war nicht mal in der Nähe unseres Zeltes…

Der Abend klang mal wieder mit Bier und Grill aus.

Donnerstag, 02.08.2012

Heute geht’s endlich richtig los! Juhu!!! Aber erstmal wieder ein köstliches Frühstück mit Hefezopf, Marmelade und Kaffee. Achja, die Marmelade war übrigens auch selbstgemacht. 😉 Nachdem ich auch mit der Gräfin noch eine Runde über das Festivalgelände gedreht hab, stand auch schon unser erster Tagesordnungspunkt an. Santiano. Ja, genau die aus der Fernsehwerbung! Lustige Truppe. Mit Gerstensaft war das wirklich ne witzige kleine Show auf der Wackinger Stage.

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Nach dem Mittagessen vom Grill gings mit einer ernsthafteren Band weiter. Amaranthe. Eine schwedische Band, die Melodic Death Metal und Power Metal gekonnt miteinander verbindet. Merkmale: ein melodischer Sänger, eine Sängerin und ein Growler. Passt gut zusammen die Mischung. Leider überschnitt sich die Band mit Sepultura, aber die hab ich ja Anfang Juli erst in Osnabrück gesehen. War also nicht ganz so tragisch.

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Nach einem kurzen Abendessen unterwegs gings dann auch endlich ins Infield, wo U.D.O. schon auf der True Metal Stage standen. Der betagte Udo Dirkschneider, immerhin auch schon 60 hat nichts von seiner Power verloren. Eine Mischung aus alten Accept-Songs und neuen U.D.O.-Songs sorgte schon mal für mächtig Stimmung im Infield. Wir platzierten uns allerdings schon mal verkehrsgünstig vor der Black Stage. Dort sollte nämlich eines der Highlights unserer persönlichen Running Order folgen. Saxon lieferten mit Frontmann Peter „Biff“ Byford, immerhin auch schon 61, eine grandiose Show mit Pyro-Technik, Drum-Solo usw ab. Wenn Ihr mich fragt, eine der besten Shows des Festivals. Nach einer kurzen Pause ging es auf der True Metal Stage mit noch einem Highlight weiter. Die Dänen von Volbeat standen schon bereit, uns mit ihrem “Elvis-Metal” einzuheizen. Ich kann nur sagen, es war der Hammer!

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Der Tag endete spät vor dem Zelt mit Bier und unseren Nachbarn.

Freitag, 03.08.2012

Beim Frühstück wurden wir von „passender“ Frühstücksmusik von den Hauptbühnen beschallt. Wir waren ja auf unserem Campground E auch nur einen knappen Kilometer von denen Weg. Endstille standen dort auf der Black Stage. Junge, Junge, der Sänger muss ja wirklich ne schlechte Kindheit gehabt haben… Nach dem obligatorischen Kaffee fanden wir uns auch schon vor der True Metal Stage wieder. Dort folgten die US-Thrasher Sacred Reich. Solide Show! Hat Spaß gemacht! Mister Phil Rind, Bassist und Sänger, meinte zwischendurch: „Ihr Fans seid großartig! Wir bringen in 25 Jahren gerade mal ein Album und eine EP zustande und ihr feiert uns immer noch!“ Das Album ist immerhin schon von 87! Während der Konzerte im Infield liefen vor den Bühnen mehrere “Bierkäfer” herum, deren Aufgabe es war, die Kehlen aller Festivalbesucher schön feucht zu halten.

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Danach war erstmal wieder Pause angesagt. Diese verbrachten wir wieder einmal vor dem Zelt. Es gab Ravioli zum Mittag. Was sollte man auf einem Festival neben Gegrilltem auch sonst auf den Tisch bringen? Wir perfektionierten unser Bierkühlsystem in der zwischenzeit noch etwas. Wir hatten eine günstige Kühlbox aus dem Baumarkt mitgebracht, in der ich auf der Hinfahrt am Dienstag schon eine Tüte Crushed Ice verteilte. Heute haben wir also unseren Eisvorrat mit Eiswürfeln aus den kleinen Campground-Supermärkten, die es dort überall gibt, aufgefüllt. Das Kühlsystem funktionierte so gut, dass wir warmes Bier und Cola aus dem Auto, welches in der prallen Sonne stand, binnen weniger Stunden herunterkühlen konnten. Eine Dose Bier wurde irgendwann so kalt, dass sich sogar Eiswürfel darin bildeten. Achja, ein bisschen Wasser, Eis und unsere Abwaschwanne wurde kurzer Hand zum Fußkühler umfunktioniert. Großartig!

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Nachmittags teilten wir uns auf. Ich wollte gern Overkill auf der Black Stage sehen und die Gräfin wollte gern die Broilers auf der Party Stage sehen. Beide spielten gleichzeitig von 16:00 bis 17:00 Uhr. Wir gingen also zusammen los, denn beide Bühnen befinden sich bekanntlich im Infield. Wir waren gerade am Eingang zur Wacken Plaza vorbei, da fing der Regenschauer der Hölle an. Nach 10 Minuten war zwar alles wieder vorbei, aber sämtliche Wege, Straßen, Flächen und eben auch das Infield sahen aus, wie das Wattenmeer. Ab diesem Moment gehören Gummistiefel wieder zum guten Ton.

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Während Overkill gab’s auch einen kleinen Circle-Pit, der in eine wilde Schlammparty ausartete. Lustige Sache sowas. Nach Overkill lief mir eine Frau mit Bollerwegen über den Weg, die direkt von dem Teil Gummistiefel verkaufte. Zu diesem Zeitpunkt eine Goldgrube!

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Nach einer Bierpause vor dem Zelt gings gegen Abend wieder Richtung Infield. Diesmal mit Gummistiefeln, Regenjacke und sicherheitshalber Regencape. Es blieb zwar trocken, aber man weis ja nie… Auf den Hauptbühnen war skandinavischer Abend, könnte man sagen. Den Auftakt machten Hammerfall aus Schweden auf der True Metal Stage. Leider waren wir etwas spät dran, wieder mal bedingt durch einen zweiten Schauer, weshalb wir nur noch hinter dem FOH-Tower einen Platz gefunden haben. Die Show trotzdem super und schon mal ein guter Anfang. Im Anschluss gab es eine kleiner Besonderheit auf der Black Stage. Wer glaubt, dass ein Chor, ein Sinfonieorchester und eine Black-Metal Band nicht zusammen passen, der irrt. Die norwegischen Black Metaller Dimmu Borgir, der Schola Cantorum Choir und das Czech National Symphony Orchestra drängeln sich zusammen auf der Black Stage und feuern eine ganz besondere Show ab. Dimmu ist normalerweise nicht so mein Fall, aber in dieser Kombination war es wirklich mal tolle Sache. Lange Zeit zum Luftholen blieb aber nicht. Die schwedische Melodic-Death-Metal Combo In Flames begann pünktlich um 22:45 Uhr mit ihrer grandiosen Show. Für mich die beste Show des ganzen Festivals.

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Kaputt, aber glücklich ging es anschließend in die Heia.

In den nächsten Tagen folgt der zweite Teil. Ja! Diesmal wirklich! Nicht wie beim Föhr-Urlaub…

Sommerurlaub auf der Insel Föhr – Teil 1

Während ich hier so bei einem Kännchen Kaffee im Café an der Strandpromenade in Wyk auf Föhr mit dem Laptop auf dem Schoss sitze und den Regentropfen beim Fallen zuschaue, blogge ich mal ne Runde über die vergangene Woche. „Regentropfen? Hat der Typ nicht was vom Sommerurlaub gefaselt???“ Ja! Hat er! Aber das Wetter hat das irgendwie noch nicht so ganz mit bekommen. Aber zurück zum Anfang…

Montag, der 08. August 2011, ca. 3 Uhr morgens. Mundro, seine Verlobte und die Schwiegermuddi in Spee setzen sich, bepackt mit einem Haufen Sachen, ins Auto und fahren los. Keine 15 Minuten später standen wir allerdings im Stau. Blöd, aber nicht weiter schlimm. Die Fähre in Dagebüll fuhr ja erst um 8:25 Uhr. Nach einer kurzen Frühstückspause kurz vor Wacken an der A23 konnte man erleben, wie ein Blick aufs Navi drei Leute in akute Panik versetzen konnte. Wie das geht? Das erzähl ich Euch hier mal. Da das Navi ja immer schön die Ankunftszeit aktualisiert, weis man ja immer genau wann man ankommt. Wenn dort aber 8:33 Uhr steht, wird man schon ein wenig nervös, denn Ihr könnt ja weiter oben die Abfahrtszeit der Fähre nachlesen. Da die A23 kaum befahren war und noch dazu kaum Geschwindigkeitsbegrenzungen aufweist, kamen wir zumindest bis zum Ende der Autobahn sehr schnell voran. Danach blockierten uns allerdings Trecker und LKW. Unser Zeitvorsprung war wieder dahin. In Hattstedt viel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte ja als Zieladresse die Ferienwohnung in Nieblum angegeben und nicht den Fähranleger in Dagebüll. Puuhh…Glück gehabt. Wir schaften es sogar rund 45 Minuten vor Abfahrt der Fähre dort zu sein. Alles nochmal gut gegangen.

Auf der Fähre klarte das Wetter auf. Auf der Insel angekommen kam es allerdings wieder recht feucht von oben. Leider sollte es so die ganze Woche bleiben. Außer einigen Sonnenstrahlen am Montag, Dienstag und Mittwoch sollte das Wetter bis Freitagfrüh sehr nass und windig bleiben. Kalt war es allerdings nicht. Die kurze Hose, kombiniert mit einer Jacke oder einem Pulli war fast immer möglich. Auch das Wasser der Nordsee kam einem nach der ersten Berührung nicht mehr kalt vor.

Was taten wir in der Zeit? Wir verbrachten die meiste Zeit im Strandkorb, denn es stellte sich heraus, dass die Dinger ziemlich Regendicht sind, wenn man sie nur ein wenig aus dem Wind dreht. Es lies sich dort ganz gut aushalten. Das Wetter eignete sich auch ganz gut, um meinen kleinen Lenkdrachen, eine Lenkmatte, steigen zu lassen. Als ich mir dann allerdings einen neuen Lenkdrachen mit 1,85 m Spannweite kaufte, schlief der Wind genau in dem Moment ein, als ich den Drachenladen verlassen hatte. Das war einfach typisch…na toll.

An der Nordsee gibts das Wattenmeer und da kann man viiiiiel lernen. Da Föhr keinen Zoo hat, mussten wir uns woanders unsere Ration Tiere-Gucken holen. Die hiesige Reederei bot eine Tour zum Seetierfang mit ausführlicher Erklärung an. Die Gräfin und ich buchten und man erklärte uns auf einem kleinen Ausflugsdampfer mit Schleppnetz die Unterschiede zwischen Schwimm- und Strandkrabbe, verschiedene Quallen- und Muschelarten und warum die Nordseekrabbe eigentlich keine Krabbe, sondern eine Garnele ist. Sehr interessant. Und wer unsere Zoobesuche schon öfter verfolgt hat, der weis, dass wir dort regelmäßig heißen Sex zwischen den Tieren zu sehen bekommen. Auch bei dieser beschaulichen Tour, die eigentlich sehr kindgerecht ausgerichtet war, wohnten wir dem Liebesakt von Strandkrabben bei, den ich natürlich auch gleich im Bild festhalten musste. Garantiert FSK 18!

So. Mehr Infos und vor allem Fotos gibts dann im zweiten Teil meines Reiseberichtes.

Wir hatten bis jetzt aber einen sehr schönen Urlaub!

Mundro alla Bolognese

Ich esse gern. Ich koche aber auch sehr gern. Nur Spülen und Aufräumen. Das kann jemand anders tun. 😉

Und weil ich so gern koche, gibt es heute mal ein hübsch bebildertes Rezept zu meiner Bolognese-Soße. Sicherlich steht dieses oder ein ähnliches Rezept auch in schätzungsweise 327 Kochbüchern, aber diese Soße ist trotzdem einmalig. Warum? Weil ICH sie gemacht habe und weil sie jedes Mal eine etwas andere Note hat. Ich koch den Kram nämlich frei nach Schnauze.

Womit fangen wir an? Natürlich mit den richtigen Zutaten.

Was Ihr braucht:

– 250 g Rimderhackfleisch

– Geschälte Tomaten in der Dose (ca. 400 g)

– Tomatenmark

– Basilikum

– Eine Zwiebel (Rot oder weiß)

– 1-2 Knoblauchzehen

– Frisch gemahlener bunter Pfeffer

– Grobes Meersalz

– Zucker

– Zimt

– Parmesan (am Besten vom Stück)

Warum ich genau diese und nicht irgendwelche anderen Zutaten empfehle, will ich Euch hier kurz erklären. Rinderhack ist besser als Schweinehack, da es weniger Fett enthält und geschmacklich etwas besser ist. Auch wenn auf dem Bild eine weiße Gemüsezwiebel zu sehen ist, habe ich heute eine rote Zwiebel verwendet, da die weiße leider schlecht von innen war. 😦 Welche Ihr nehmt, ist völlig egal. Generell solltet Ihr darauf achten, dass Ihr möglichst frische Zutaten verwendet. Es schmeckt einfach besser. Also Finger weg von abgepacktem Basilikum. Die Dosentomaten könnt Ihr aber ohne Probleme verwenden.

Was müsst Ihr tun?

Zuerst müsst Ihr die Zwiebeln und den Knoblauch klein würfeln. Ich habe dazu einen kleinen Trick für Euch. Ihr schneidet die Zwiebel einfach bis zur Wurzel (nicht die Wurzel durchtrennen) in geringen Abständen längs und quer ein. Nun könnt Ihr einfach von oben nach unten feine Würfel runterschnippeln (Siehe Bilder).

Auf diese Weise könnt Ihr die Zwiebeln schnell in kleine Stückchen verarbeiten, ohne von Heulattacken ereilt zu werden.

Als nächstes müsst Ihr etwas Öl in einem nicht zu flachen Topf erhitzen und die Zwiebeln kurz glasig dünsten. Danach gebt Ihr den Knofi und das Hackfleisch hinzu. Würzen mit Salz und Pfeffer nicht vergessen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Ihr das getan habt, dann öffnet die Dose Tomaten und schneidet ein paar Mal mit dem Messer in der Dose die Tomaten klein. Danach gebt die Tomaten mit samt dem Saft in den Topf und rührt einen ordentlichen Esslöffel Tomatenmark darunter. Nun könnt Ihr die Soße so lange bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis sie eine schöne dickflüssige Konsistenz hat.

Wenn alles schön eingekocht ist, würzt das Ganze nochmal mit Salz und Pfeffer. Außerdem müsst Ihr eine Prise Zucker dazugeben. Denn es ist schließlich ein Tomatengericht und da gehört Zucker rein! Warum? Weil der Zucker die Säure der Tomate neutralisiert. Des Weiteren gehört in meine Soße eine Messerspitze Zimt. Ihr solltet damit vorsichtig sein, sonst schmeckt die Soße einfach zu sehr nach Weihnachten. Zimt gibt der Soße eine leicht würzige Note.

Zum Schluss solltet Ihr ein paar Blätter vom Basilikumstrauch abzupfen und diese grob hacken. Den gehackten Basilikum rührt Ihr dann unter die Soße, die Ihr noch einmal abschmecken solltet.

 

 

 

 

Nun könnt Ihr Euch den Spaghetti widmen. Ich bevorzuge Pasta aus Hartweizengrieß. Hauptsächlich, weil die Eiernudeln nicht original italienisch sind. 😉

Aber immer schön auf die Zeit achten! Die Nudeln sind meistens nach ca. 8 Minuten al dente. Das heißt, sie sind durch, haben aber noch einen gewissen Biss.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihr seid jetzt fertig und könnt alles schön auf einem Teller anrichten. Nun zerbröselt ihr noch ein Stückchen Parmesan und ein paar Blätter Basilikum über dem Teller und ihr habt ein wunderbar leckeres Essen.

Guten Appetit! 🙂

Und täglich grüßt das Murmeltier…

Wir kennen sie alle. Die freundlichen Werbespots und -anzeigen, die uns die große Kundenfreundlichkeit und den tollsten Service suggerieren sollen. Aber die Wirklichkeit sieht ziemlich oft ganz anders aus. Ich habe heute wieder einen solchen Fall erlebt.

Meine Verlobte und ich wohnen nicht zusammen. Wir wohnen studiums bzw. arbeitsbedingt sogar in zwei verschiedenen Städten, die etwa 250 km auseinanderliegen. Dies ist kein besonders großes Problem, da ich ein Semesterticket habe. Aber ich schweife ab…

Es geht eigentlich darum, dass sie ihren Vertrag mit dem örtlichen Provider gekündigt hat und zur Telekom mit T-Home Entertain und allem Pi-Pa-Po gewechselt hat. Da der neue Router im Laufe der letzten Woche bereits angekommen ist, aber der für Entertain erforderliche Receiver immer noch fehlt, hat sie am Donnerstag vergangener Woche bei der Hotline angerufen. Dort versicherte ihr der freundliche Mitarbeiter, dass das Gerät am Wochenende bei ihr eintreffen sollte.

Er hat dabei seinen Job allerdings nicht richtig gemacht. Denn hätte er in seinem System nachgeschaut, hätte er gesehen, dass seine Kollegin im T-Punkt völlig verpeilt hat, einen Receiver mitzubestellen. Das erfährt man aber erst auf Nachfrage im Shop.

Ich fühlte mich dabei ein wenig an die so genannten „Mützen“ aus den 90ern erinnert. Pfeifen!

Ordnung muss sein…

…heißt es immer wieder in Deutschland. Wir Deutschen lieben doch unsere Regeln, Verordnungen, Richtlinien und Gesetze. Denn alles, was in unserem Land nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist nämlich tierisch verboten! Wir lieben es alles genau zu organisieren und zu ordnen, wir gründen sofort einen Verband für jeden noch so kleinen Furz. Herrlich, diese Ordnung…aber wehe, es wird gegen die Ordnung verstoßen. Was in der Kleingartenkolonie dem Landesverrat gleich ist, führt auch in der richtigen Welt oft zu Konsequenzen. Oft wird sofort zu tiefgreifenden Maßnahmen gegriffen. Wie auch bei uns an der Universitätsbibliothek der TU Braunschweig.

Aber erst die Vorgeschichte. Wie in jedem Semester werden in der vorlesungsfreien Zeit an unserer TU die meisten, bzw. in den Ingenieurwisschenschaften alle Klausuren geschrieben. Meine nächste Klausur wird Hydromechanik sein und ich wollte, wie an jedem Tag, wenn ich nicht arbeiten gehe, in die Bibliothek (den Lernknast) einziehen, um dort in Ruhe zu lernen. Ich traf mich also heute Mittag mit einigen Kommilitonen in der Mensa zum Mittagessen und Socializing, als ich bereits Gerüchte über ominöse Parkuhren in der Bibliothek hörte. Ich war gespannt, was es wohl damit auf sich hat und bin den Anderen in den Lernknast gefolgt. Dort angekommen, lieh ich mir wie üblich einen Schlüssel für einen Spint und einen Korb zum Transport meines ganzen Kleinkrams. Im Fahrstahl traute ich meinen Augen nicht.

An der Wand der Kabine hing ein Plakat im Design einer handelsüblichen Parkscheibe, dass an meine Fairness appelieren wollte. Ich war gespannt, wie das wohl ablaufen sollte.

Als ich dann meinen Platz, den mir eine freundliche Kommilitonin freigehalten hatte, einnahm, lag dort bereits eine dieser hübschen neuen Pausenscheiben. Auf dem Tisch lag auch ein blauer Zettel mit einer kleinen Einweisung, die ebenfalls auf der Website der Universitätsbibliothek zu lesen ist.

 

 

„Um Ihnen trotz Klausur bedingten Platzmangels das Arbeiten in der UB zu ermöglichen, führen wir auf Ihren Wunsch die Pausenscheiben ein.
In den am meisten frequentierten Zeiten holen Sie sich bitte in der Zeit von 9 bis 19 Uhr beim Verlassen des Arbeitsplatzes im eigenen Interesse am Auskunftsplatz des jeweiligen Lesesaals (im Tünzelsaal an der Information) eine Pausenscheibe. Stellen Sie die Zeit ein, zu der Sie den Arbeitsplatz verlassen.
Tische ohne oder mit abgelaufener Pausenscheibe können unverzüglich abgeräumt werden, damit andere Nutzer den Arbeitsplatz einnehmen können. Seien Sie fair! Profitieren Sie von der Fairness anderer!“

Hier auch mal ein Bild, dieses in Braunschweig neu eingeführten, typisch deutschen Ordnungssystems.

Was soll man jetzt als Student davon halten? Natürlich ist es in der Bibliothek, vor allem in der Klausurenphase, extrem voll, aber ich stehe diesem System eher skeptisch gegenüber. Zum Einen sind 45 min für eine durchschnittliche Lern-Mittagspause doch recht kurz bemessen. Man muss zur Mensa (nicht wirklich weit. OK), sich dort in die, zum Teil langen Schlangen stellen, Essen, sich mit anderen Kommilitonen austauschen und der obligatorische Kaffee nach dem Essen darf dabei nicht fehlen! Zum Anderen finde ich es nicht gut, wenn fremde Leute meine Sachen wegräumen. Zum Teil ist man nur mal kurz auf der Toilette oder sucht ein Buch aus den Regalen und dann könnte, wenn ich keine Parkscheibe liegen habe, bzw. gestellt habe, jemand einfach meinen Platz einnehmen und die Sachen wegräumen. Dies ist meiner Meinung nach besonders problematisch, wenn dort auch ein Laptop auf dem Tisch steht. Ein dritter Punkt, der auch zu bedenken ist, sind die vereinzelt vorkommenden (selten, doch es gibt sie) Menschen mit bösen Absichten. Es könnte zum Beispiel jemand meine Pausenscheibe weglegen, umstellen oder schlichtweg nicht beachten und dann bin ich später in der Beweispflicht.

Wenn ich schon mal dabei bin, kann ich auch ein anderes Problem der UB offen legen. Die unterschiedlichen Mitarbeiter in der UB mit ihren unterschiedlichen Kontrollmethoden lassen sich jedesmal wieder neu entdecken. Manch einer führt die Kontrollen am Eingang gar nicht bis kaum aus, ein anderer ist geradezu übereifrig in der Ausübung seiner Pflichten. So kommt es zum Teil vor, dass man am Eingang mit seiner Thermoskanne oder seinem (DICHTEN!!!!) Tumbler mit Kaffee abgewiesen wird. Wenn man dann allerdings wieder andere dort mit normalen Wegwerfpappbechern sitzen sieht, kommt man schon ins Grübeln. Und, nein! Man kann in der UB keinen Kaffee erwerben. Zu dem Verbot von Süßigkeiten in den Lesesälen kann man auch geteilter Meinung sein. Ich kann nachvollziehen, dass Schokolade dem Erhalt der Bücher nicht gerade zuträglich ist. Jedoch gibt es auch klecker-, kleb- und krümelfreien Süßkram, der allerdings auch verboten ist! Jetzt wird der eine oder andere von Euch wieder sagen: „Klar! Der Moppel will immer seinen Süßkram haben…“ Aber jeder von Euch kennt das doch von der eigenen Lernerei. Zwischendurch hätte man gerne mal ein bisschen Nervennahrung. 😉

Übrigens gibt es diese Scheiben auch an anderen deutschen Hochschulen. Allerdings wäre für eine Technische Universität doch technische Variante wesentlich interessanter. Ein Kommentar bei facebook auf meinen Beitrag zu dem Thema lautete: „Von einer TU hätte ich mehr erwartet. Klappstühle mit Münzeinwurf. Wenn die Zeit abgelaufen ist, klappt die Sitzfläche weg.“ Auch die Nutzung sozialer Netzwerke wie zum Beispiel eine Zeiterfassung, gekoppelt mit Diensten wie foursquare oder facebook places wäre denkbar. 😉

Was meint Ihr dazu? Sind die Pausenscheiben Fluch oder Segen? Teilt mir Eure Meinung gern mittels Kommentarfunktion mit.

Braunschweig in Bildern

Hier zeige ich Euch mal ein paar Bilder, die ich mit meiner neuen SLR aufgenommen hab. Die Fotos sind Anfang Januar entstanden und zeigen einige Punkte in Braunschweig. Vom Gausspark, über St. Andreas, dem Dom und dem Altstadtmarkt ist für jeden etwas dabei.