Abenteuer Wacken Open Air 2012 – Teil 1

Jaja, hier im Blog ist schon länger nix mehr passiert, aber jetzt gibt’s mal wieder einen etwas längeren Artikel zu unserem letzten Urlaub. Es ging zum W:O:A 2012, zum Wacken Open Air 2012! Was wir da erlebt haben, war einmalig! „Wir“, das sind die Gräfin und ich. Aber lest selbst…

Dienstag, 31.07.2012

Die Gräfin und ich sind getrennt in Heavy Metal Town angereist. Sie musste Mittwoch noch arbeiten daher bin ich also erstmal alleine hoch gefahren. Sie kam dann Mittwochabend mit dem Zug nach.

Der Plan sah vor, dass ich heute Mittag irgendwann in Richtung Norden aus Osnabrück aufbreche, deshalb haben wir am Montag schon das Auto gepackt und bei einer Runde Kofferraum-Tetris den Highscore geknackt. Zwei Leute fahren 5 Tage auf ein Festival. Da muss einiges mit. Schon Monate vorher haben wir Listen erstellt. Wir schrieben auf, was noch gekauft werden muss und hakten ab. Wir schrieben auf, was eingepackt werden muss…und…hakten ab. Dafür haben wir von erprobten Festivalgängern zwar viel Hohn und Spott eingesteckt, aber das war uns egal.

2012-07-30 19.04.26  2012-07-30 19.23.29

Gegen 11:00 Uhr hab ich mich also bequem in den gepackten und mit W:O:A beklebten Polo gesetzt und bei Lidl und Feinkost Aldi noch die letzten Kleinigkeiten wie Fladenbrote und Salate zum Grillen besorgt. Die A1 war, bis auf ein paar nervige Baustellen eigentlich ziemlich stressfrei. Bei meiner Mittagspause am Rasthof Grundbergsee, die haben einen Burger King, liefen mir die ersten Wacken-Fahrer über den Weg. Die Schlange vor mir war schwarz uniformiert und es war klar, wo die Reise hin geht…

Das Stückchen A7 und die A23 bis Schenefeld liefen auch problemlos. Die Beschilderung zum Festivalgelände war sehr gut. Gegen 16:00 Uhr kam ich auf dem Campground an und wurde mit dem Auto auf F eingewiesen. Leider wurde schnell klar, dass durch den heftigen Regen der letzten Tage ein Campen neben dem PKW nicht möglich war. Ich schleppte also unseren Kram zum Campground E auf eine kleine Anhöhe. Nach einiger Zeit standen Zelt und Pavillon und der Regen hörte genau in dem Moment auf, als ich mit dem Aufbau fertig war…toll. Die erste Hopfenkaltschale war geleert, da kam ich mit unseren drei badischen Nachbarn ins Gespräch und half ihnen beim Pavillonaufbau. Wie sich am Ende des Festivals noch herausstellen sollte, hatten wir die besten Nachbarn auf dem ganzen Campground. Super nette Leute! Kann da auch mal über den badischen Dialekt hinwegsehen. 😉

IMG_0351   IMG_0359

Der erste Tag endete unspektakulär mit Bier, Grillerei und so weiter…

Mittwoch, 01.08.2012

Der Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück. Die Gräfin hatte uns extra für Wacken einen köstlichen Hefezopf gebacken…Mmmmmh! Dazu gabs einen frisch gekochten Kaffee.

IMG_0369

Nachdem die Lebensgeister wieder geweckt waren, machte ich mich auf, das Festivalgelände auf eigene Faust zu erkunden. Das Infield, also dort, wo die Main-Stages stehen, öffnet zwar erst am Donnerstag, aber der Rest ist schon begehbar. Erste Station waren die Geldautomaten. Irgendjemand hatte da wohl vergessen, genügend…oder überhaupt etwas…Bargeld mitzunehmen. 😉

Im Biergarten gabs erstmal ein Bierchen und auf dem Metal-Markt wurde eine kleine Runde entlang der Verkaufsstände gedreht. Dort gibt es wirklich alles, was ein Metaller braucht oder eben nicht braucht. Von albernen Mützen (die Plüschmütze der dämlichen Rothaarigen zum Beispiel (eingeweihte wissen, wer gemeint ist)), über Totenkopfdeko aus Porzellan bis zum Baby-Shirt mit der Aufschrift „My first Metal-Shirt“ gibt es dort wirklich einen Haufen Zeug. Vorbei an Fresständen machte ich mich dann auf, dass Wackinger-Village zu erkunden. Das ist ein Wickinger-Dorf mit allem drum und dran. Met-Stand, Barbaren-Spieß, Schildmacher, Badezuber und so weiter.  Passt da sehr gut hin und das Essen ist dort wirklich der Hammer! Mein Tipp: Barbaren-Spieß und Handbrot. Super lecker! Nachmittags hab ich dort eine sehr lustige Show zum Thema Wickinger-Waffenkunde gesehen. War interessant und einen gewissen Unterhaltungswert.Anschließend warf ich einen Blick ins Bullhead-City-Zelt, wo der diesjährige Metal-Battle stattfand. Ein Bandwettbewerb für Metal-Bands aus aller Welt. Den spanischen Teilnehmer sah ich mir komplett an. Ravenblood, glaub ich. War gar nicht schlecht. Das Zelt, dass die W.E.T.-Stage, die Headbanger‘s-Stage und den Wrestling-Ring beinhaltet(ja, son Quatsch gibt’s da auch), hat riesige Ausmaße. Acht Masten, 110 m lang und 60 m breit. Ausmaße eines Fußballfeldes.

IMG_0374  IMG_0414 IMG_0424    IMG_0376   IMG_0470IMG_0463   IMG_0386  

Wieder am Zelt gabs erstmal ne ausgiebige Pokerrunde mit den besten Zeltnachbarn der Welt. Wir sind dann unter der Leitung von Captain Morgan und seinem ersten Maat „Cola“ nochmal zusammen losgezogen. Die Firefighters spielten auf der Beergarden-Stage. War ganz nett. Allerdings richtig witzig waren Russkaja auf der Wackinger Stage. Eine Mischung aus Punk, Ska und Balkan-Musik.

Wieder zurück am Zelt begann das Warten auf die Gräfin, die dank der Bahn, mal wieder auf unbestimmte Zeit Verspätung hatte. Mit dem letzten Rest Handyakku fanden wir uns dann am grünen Duschcamp wieder. Und bevor ihr fragt, das war nicht mal in der Nähe unseres Zeltes…

Der Abend klang mal wieder mit Bier und Grill aus.

Donnerstag, 02.08.2012

Heute geht’s endlich richtig los! Juhu!!! Aber erstmal wieder ein köstliches Frühstück mit Hefezopf, Marmelade und Kaffee. Achja, die Marmelade war übrigens auch selbstgemacht. 😉 Nachdem ich auch mit der Gräfin noch eine Runde über das Festivalgelände gedreht hab, stand auch schon unser erster Tagesordnungspunkt an. Santiano. Ja, genau die aus der Fernsehwerbung! Lustige Truppe. Mit Gerstensaft war das wirklich ne witzige kleine Show auf der Wackinger Stage.

IMG_0371  IMG_0372IMG_0433  IMG_0496IMG_0498  IMG_0500IMG_0501  IMG_0504  IMG_0508

Nach dem Mittagessen vom Grill gings mit einer ernsthafteren Band weiter. Amaranthe. Eine schwedische Band, die Melodic Death Metal und Power Metal gekonnt miteinander verbindet. Merkmale: ein melodischer Sänger, eine Sängerin und ein Growler. Passt gut zusammen die Mischung. Leider überschnitt sich die Band mit Sepultura, aber die hab ich ja Anfang Juli erst in Osnabrück gesehen. War also nicht ganz so tragisch.

IMG_0518    IMG_0520IMG_0526  IMG_0528

Nach einem kurzen Abendessen unterwegs gings dann auch endlich ins Infield, wo U.D.O. schon auf der True Metal Stage standen. Der betagte Udo Dirkschneider, immerhin auch schon 60 hat nichts von seiner Power verloren. Eine Mischung aus alten Accept-Songs und neuen U.D.O.-Songs sorgte schon mal für mächtig Stimmung im Infield. Wir platzierten uns allerdings schon mal verkehrsgünstig vor der Black Stage. Dort sollte nämlich eines der Highlights unserer persönlichen Running Order folgen. Saxon lieferten mit Frontmann Peter „Biff“ Byford, immerhin auch schon 61, eine grandiose Show mit Pyro-Technik, Drum-Solo usw ab. Wenn Ihr mich fragt, eine der besten Shows des Festivals. Nach einer kurzen Pause ging es auf der True Metal Stage mit noch einem Highlight weiter. Die Dänen von Volbeat standen schon bereit, uns mit ihrem “Elvis-Metal” einzuheizen. Ich kann nur sagen, es war der Hammer!

IMG_0549 IMG_0553IMG_0566 IMG_0571IMG_0582 IMG_0592IMG_0599 IMG_0600IMG_0611

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Tag endete spät vor dem Zelt mit Bier und unseren Nachbarn.

Freitag, 03.08.2012

Beim Frühstück wurden wir von „passender“ Frühstücksmusik von den Hauptbühnen beschallt. Wir waren ja auf unserem Campground E auch nur einen knappen Kilometer von denen Weg. Endstille standen dort auf der Black Stage. Junge, Junge, der Sänger muss ja wirklich ne schlechte Kindheit gehabt haben… Nach dem obligatorischen Kaffee fanden wir uns auch schon vor der True Metal Stage wieder. Dort folgten die US-Thrasher Sacred Reich. Solide Show! Hat Spaß gemacht! Mister Phil Rind, Bassist und Sänger, meinte zwischendurch: „Ihr Fans seid großartig! Wir bringen in 25 Jahren gerade mal ein Album und eine EP zustande und ihr feiert uns immer noch!“ Das Album ist immerhin schon von 87! Während der Konzerte im Infield liefen vor den Bühnen mehrere “Bierkäfer” herum, deren Aufgabe es war, die Kehlen aller Festivalbesucher schön feucht zu halten.

IMG_0638   IMG_0657IMG_0640 IMG_0674 IMG_0663IMG_0662  IMG_0675

Danach war erstmal wieder Pause angesagt. Diese verbrachten wir wieder einmal vor dem Zelt. Es gab Ravioli zum Mittag. Was sollte man auf einem Festival neben Gegrilltem auch sonst auf den Tisch bringen? Wir perfektionierten unser Bierkühlsystem in der zwischenzeit noch etwas. Wir hatten eine günstige Kühlbox aus dem Baumarkt mitgebracht, in der ich auf der Hinfahrt am Dienstag schon eine Tüte Crushed Ice verteilte. Heute haben wir also unseren Eisvorrat mit Eiswürfeln aus den kleinen Campground-Supermärkten, die es dort überall gibt, aufgefüllt. Das Kühlsystem funktionierte so gut, dass wir warmes Bier und Cola aus dem Auto, welches in der prallen Sonne stand, binnen weniger Stunden herunterkühlen konnten. Eine Dose Bier wurde irgendwann so kalt, dass sich sogar Eiswürfel darin bildeten. Achja, ein bisschen Wasser, Eis und unsere Abwaschwanne wurde kurzer Hand zum Fußkühler umfunktioniert. Großartig!

IMG_0514  IMG_0685IMG_0688  IMG_0689 IMG_0690

Nachmittags teilten wir uns auf. Ich wollte gern Overkill auf der Black Stage sehen und die Gräfin wollte gern die Broilers auf der Party Stage sehen. Beide spielten gleichzeitig von 16:00 bis 17:00 Uhr. Wir gingen also zusammen los, denn beide Bühnen befinden sich bekanntlich im Infield. Wir waren gerade am Eingang zur Wacken Plaza vorbei, da fing der Regenschauer der Hölle an. Nach 10 Minuten war zwar alles wieder vorbei, aber sämtliche Wege, Straßen, Flächen und eben auch das Infield sahen aus, wie das Wattenmeer. Ab diesem Moment gehören Gummistiefel wieder zum guten Ton.

IMG_0693  IMG_0698IMG_0731                            IMG_0733IMG_0761   IMG_0891

Während Overkill gab’s auch einen kleinen Circle-Pit, der in eine wilde Schlammparty ausartete. Lustige Sache sowas. Nach Overkill lief mir eine Frau mit Bollerwegen über den Weg, die direkt von dem Teil Gummistiefel verkaufte. Zu diesem Zeitpunkt eine Goldgrube!

IMG_0720  IMG_0728

Nach einer Bierpause vor dem Zelt gings gegen Abend wieder Richtung Infield. Diesmal mit Gummistiefeln, Regenjacke und sicherheitshalber Regencape. Es blieb zwar trocken, aber man weis ja nie… Auf den Hauptbühnen war skandinavischer Abend, könnte man sagen. Den Auftakt machten Hammerfall aus Schweden auf der True Metal Stage. Leider waren wir etwas spät dran, wieder mal bedingt durch einen zweiten Schauer, weshalb wir nur noch hinter dem FOH-Tower einen Platz gefunden haben. Die Show trotzdem super und schon mal ein guter Anfang. Im Anschluss gab es eine kleiner Besonderheit auf der Black Stage. Wer glaubt, dass ein Chor, ein Sinfonieorchester und eine Black-Metal Band nicht zusammen passen, der irrt. Die norwegischen Black Metaller Dimmu Borgir, der Schola Cantorum Choir und das Czech National Symphony Orchestra drängeln sich zusammen auf der Black Stage und feuern eine ganz besondere Show ab. Dimmu ist normalerweise nicht so mein Fall, aber in dieser Kombination war es wirklich mal tolle Sache. Lange Zeit zum Luftholen blieb aber nicht. Die schwedische Melodic-Death-Metal Combo In Flames begann pünktlich um 22:45 Uhr mit ihrer grandiosen Show. Für mich die beste Show des ganzen Festivals.

IMG_0735  IMG_0745IMG_0772 IMG_0778IMG_0799 IMG_0807IMG_0816  IMG_0817

Kaputt, aber glücklich ging es anschließend in die Heia.

In den nächsten Tagen folgt der zweite Teil. Ja! Diesmal wirklich! Nicht wie beim Föhr-Urlaub…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s